Blitzschutz / Potentialausgleich bei Satanlagen

09.03.2011 13:31

Blitzschutz bei SAT-Anlagen (DIN EN 60728-11 / VDE 0855-1)

Kurzbeschreibung:
Die Erdung ist in bestimmten Fllen eine Vorschrift und besteht aus 2 Bestandteilen, dem ueren und dem inneren Blitzschutz.

1. uerer Blitzschutz
(nur vorgeschrieben/durchzufhren wenn die Antenne im nicht "Blitz geschtzten Bereich" (ungesicherter Blitzschutzbereich) montiert ist oder auch Kabel in diesem Bereich verlegt sind. Das ist immer auf dem Dach oder dann wenn die Antenne mit der Oberkante nicht weiter als 2m von der Dachkantel/-rinne entfernt montiert ist oder auch wenn die Antenne mehr als 1.5m Wandberstand hat - bei Anbauten an ein Haus gilt diese Regel immer gesehen vom Dach des Anbaus und nicht vom Haupthaus).

Erdung Blitzschutz Potenzialausgleich DIN VDE 0855 Antennenmast schtzen Einschlag

Durchfhrung= vom Antennenmast/der Halterung muss ein 1x16mm Kupferkabel (Erdungskabel/Blitzschutzkabel) bis in den Keller an die Haupterdungsschiene (HES) verlegt werden und dort angeschlossen werden. Dieses Kabel darf nicht ber Regenrinnen, Wasserrohre, Gasrohre etc. nach unten gefhrt werden da im Falle das dort mal etwas kaputt gehen sollte oft Plastikteile eingebaut werden die dann nicht mehr leitfhig wren).
Das Kabel muss auf dem krzesten Weg verlegt werden und darf nicht direkt neben andere Kabel gelegt werden (Abstand hngt ab von der Gesamtlnge des Kabels, bewegt sich im Rahmen von ca. 5cm bis 2m).
Eine Ausnahme hier besteht wenn das Haus ber eine eigene Blitzschutzanlage verfgt. Dann muss der Blitzschutz anders ausgefhrt werden, es muss eine "Fangstange" fr den Schutzbereich der Antenne installiert werden und der Antennenmast/der Halter nur in den Potentialausgleich mit einbezogen werden - d.h. er direkt an die Haupterdungsschiene (HES) mit angeschlossen werden.

2. Innerer Blitzschutz (Potentialausgleich / Potenzialausgleich)
(nur vorgeschrieben/durchzufhren wenn die Antenne im nicht "Blitz geschtzten Bereich" (ungesicherter Blitzschutzbereich) montiert wurde, sie also dem Blitzschutz unterzogen werden muss. Weiterhin auch dann vorgeschrieben wenn eine wohnungsbergreifende bzw. hausbergreifende Installation durchgefhrt wurde, also mehr als eine Wohnpartei daran angeschlossen ist. Es gibt hier weitere Regelungen auf die wir aber auf Grund der extremen Komplexitt - diese kann von einem Laien gar nicht gemessen werden - nicht eingehen und das auch nur bei alten Anlagen vorkommen sollte).
Durchfhrung = ALLE vom LNB bzw. einer terrestrischen Zufhrung (UKW-Antenne, DVB-T Antenne, Kabelfernsehen, Videoberwachung, etc.) kommenden Kabel (bei einem Quattro-LNB also 4 Kabel) und ALLE in die Hausverteilung abgehenden Kabel mssen ber einen Erdungsblock gefhrt werden. Dieser Erdungsblock muss dann mit einem mind. 1x4mm Kupferkabel (Potentialausgleichskabel) verbunden werden mit dem Punkt wo auch das Blitzschutzkabel am Antennenmast/der Halterung befestigt/verbunden ist.
So bld das klingt, auch wenn sie ihren Multischalter + den Potentialausgleich im Keller installieren wrden und die HES genau neben dran hngt darf das Kabel von den Erdungsblcken nicht direkt daran angeschlossen werden um sogenannte "Schleifenbildungen" zu verhindern.
Wenn aber die Antenne im gesicherten Blitzschutzbereich installiert wurde und kein Bliztschutz durchzufhren ist, sie also nur aus Sicherheitsgrnden (ein PA ist prinzipiell IMMER zu empfehlen da er eine Sicherheitsvorkehrung ist und auch viele Endgerte, vor allem Flachbildfernseher mit integriertem Tuner, massiv Probleme machen knnen wenn kein PA erstellt wurde) bzw. aus Grnden der wohnungs-/hausbergreifenden Installation den PA durchfhren wollen/mssen dann gibt es ja kein Blitzschutzkabel am Antennenmast .... man muss dann die Erdungsblcke direkt an der HES anschlieen.
Eine weitere Gegebenheit: wenn sie die Antenne auf dem Dach montieren, der Multischalter und somit meist auch der PA im Keller durchgefhrt wird dann muss noch zustzlich zur Verhinderung von Spannungs-/Funkenberschlgen ein extra PA mastnah durchgefhrt werden (siehe unter Mastnaher Potentialausgleich), d.h. alle vom LNB/der terrestrischen Versorgung kommenden Kabel direkt nach dem Antennenmast ber einen Erdungsblock gefhrt werden und auch dieser mit dem Antennenmast/der Halterung verbunden werden (mind. 1x4mm Potentialausgleichskabel).
Der PA muss jedes Kabel einzeln umfassen, die DIN sagt aus "...der Potenzialausgleich muss auch nach Ausbau der/einer Verteilkomponenten erhalten bleiben..." und das bedeutet das es nicht zulssig ist einfach den Multischalter, auf welchem ja "eigentlich" alle Kabel auch leitend aufgelegt sind, mit einem PA-Kabel angeschlossen werden darf. Zustzlich zu den Kabeln muss aber auch der Multischalter/Verstrker/Verteiler/etc. mit einem mind. 4mm Kabel angeschlossen werden, das ist ja aber kein Problem da dieser Kabelweg von einem der Erdungsblcke nur ca. 10cm sein wird.

Hinweise zu den Kabeln (Erdungskabel + Potentialausgleichskabel)
Hier war zwischenzeitlich eine Norm gltig die eine Verwendung von massiven Kabeln vorgeschrieben hatte. Ein grob mehrdrhtiger Erdungsleiter (H07 V-R wie er im NYM-J steckt) war zwischenzeitlich nicht zulssig. Mittlerweile aber ist die Verwendung wieder erlaubt, sofern die Klemmverbindung - z.B. an einer Haupterdungsschiene (HES) oder an Banderdungsschellen/Mastschellen - auch fr einen mehrdrhtigen Rundleiter noch blitzstromtragfhig ist.
Weiterhin untersagt bleibt aber der Einsatz von fein mehrdrhtigen Kabeln/Rundleitern.

Kleiske Blitzschutz Erdung Potentialausgleich Erdungskabel massiv fein grob mehrdrhtig

Weiterhin aber folgender Hinweis:
Zitat von H.A. Kleiske (Fachpublikationen/-artikel ersichtlich unter http://kleiske.de/body_fachinformation.htm)
Kupfer CU-Volldraht (z.B. H07V-U xx) ist vorzugsweise als 1. Wahl deshalb einzusetzen, weil sich die grob- und feindrhtigen Leiter im Fall einer Durchstrmung mit Blitzstrmen im dreistelligen Kilo-Ampere-Bereich in Wohlgefallen auflsen knnten, wenn ggf. nicht sichergestellt ist, dass alle Einzeldrhte auch beim Anschluss mit Hilfe von normalen 100 kA Kabelschuhen zuverlssig erfasst wurden.

Mehr Infos auch unter:
Suchfunktion des Forums => KLICK oder oben rechts mit den Begriffen "Erdung", "Blitzschutz" und "Potentialausgleich" verwenden !
Hier finden sie sehr viele Beitrge mit Bildern/Zeichnungen/Skizzen wie das zu handhaben/auszufhren ist

Wichtiger weiterer Hinweis:
Der Trennungsabstand ist in der Blitzschutznorm DIN EN 62305-3 (VDE 0185-305-3) gegen blitzstrombelastete Erdleiter geregelt.
Stichwort "Trennungsabstand" => KLICK (Einhaltung von Mindestabstnden vom Erdungskabel 1x16mm zu anderen Kabeln und/oder metallischen Teilen/Anbauten/Aufbauten.
Vereinfachte Faustformel fr Blitzschutzklasse 3 gegen einen einzelnen Erdleiter und damit verbundene leitende Teile:
Trennungsabstand "s" = Lnge bis PA-Ebene "l" * 0,04 in Luft bzw. 0,08 durch und ber feste Stoffe.
Gegen ungeerdete leitende Hausteile in Blitzschutzklasse 3 orientiere ich mich inoffiziell an der bis 2006 gltigen Formel mit Bezug auf die Hhe ber Grund und 25 % hheren Koeffizienten, woraus sich diese Faustformel ableitet: Trennungsabstand "s" = Hhe ber Grund "h" * 0,05 in Luft bzw. 0,1 durch und ber feste Stoffe.

Und hier gleich zu Anfang ein Userbericht im Internet ber einen Blitzeinschlag bei sich im Haus

Mehr dazu, das alles noch viel ausfhrlicher, auch hier in unserem Forum.

Sonstige Beitrge im Internet / weitere Netz-Links:
Potentialausgleich & Erdung beim SAT-Empfang (Satvision 5-2014) --- sehr gut mit akt. Normnderungen + Speziallsungen erklrt
Kleiske-Erklrung
Kathrein-Erklrung
Dehn-Blitzschutzplaner


Bilder + Textquellen tlw. bernommen von H.A. Kleiske (http://kleiske.de/body_fachinformation.htm), Fa. Kathrein (http://www.kathrein.de) und Blitzschutz-Fachfirma Dehn (http://www.dehn.de)


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